ORF 2 berichtet über „Essen und Krebs“

Die Sendung “heute konkret” greift das Thema “Essen und Krebs” auf und interviewt Elisabeth Hütterer, auf den Bereich Onkologie spezialisierte Diätologin, Dr. Karin Schindler, Ernährungswissenschaftlerin, beide im AKH Wien tätig, und Dr. Rosa Aspalter, Ärztin für Allgemeinmedizin und Ernährungsmedizin und selbst von Krebs betroffene.

Welche Ernährung bei bestehendem Krebs?

Es gibt viele Studien, die den Einfluss der Ernährung auf eine Krebsentstehung untersuchen. Doch was tun, wenn Krebs bereits vorhanden ist? Wie beeinflusst unsere Ernährung den Verlauf einer Krebserkrankung? Was machen Krebspatienten und welchen Effekt haben die unterschiedlichen „Krebsdiäten“?

Zuckerfrei

Viele Patienten versuchen, mit zuckerfreier Diät den Krebs „auszuhungern“. Dahinter steht die Beobachtung, dass Krebszellen wesentlich mehr Energie benötigen als normale Zellen. Und in der Tat: im Labor sind die Krebszellen ohne Zucker innerhalb von 24 Stunden tot.

Im Körper aber ist das nicht so einfach. Erstens werden sämtliche Kohlenhydrate zu Glucose abgebaut, um sie dann verwerten zu können. Und wenn es sein muss, auch Fette und Eiweiß. Zweitens benötigt der Körper einen bestimmten Blutzuckerwert. Mit null Blutzucker sind zwar die Krebszellen tot, aber der restliche Körper auch!

Zucker einzusparen, ist aber sicher empfehlenswert, denn er hat viele weitere ungünstige Auswirkungen. An guten Kohlenhydraten, das sind vor allem Vollkornprodukte, welche komplexe Kohlenhydrate und außerdem noch viele weitere wertvolle Substanzen liefern, sollte nicht gespart werden.

Fruchtsäfte

Einige Behandlungsmethoden wenden reichlich Frucht- und Gemüsesäfte an. Damit führt man jedenfalls viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe, Ballaststoffe und auch viele schützende Antioxidantien zu. Da tierische Produkte damit meist gemieden werden, ist diese Ernährung auch sehr fett- und cholesterinarm. Problematisch werden diese Intensivkuren bei zu hohem Zuckergehalt.

Leider ist der Therapieeffekt oft nur sehr schlecht dokumentiert. Es gibt so gut wie keine verlässlichen Daten dazu.

Ketogen

Die ketogene Krebsdiät beruht auf der Beobachtung, dass Krebszellen den Blutzucker anders verstoffwechseln. Eine Ernährung mit niedrigem Anteil an Kohlenhydraten führt auch zu niedrigeren Insulinwerten, welches eine den Wachstumshormonen ähnliche Wirkung aufweist und damit auch das Wachstum von Tumorzellen stimuliert.

Die Diäten sind aber oft sehr eiweißreich und fetthaltig. Sie sind daher als insgesamt ungesund zu werten.

Fasten

Vom Fasten wurde bisher abgeraten. Erstens würde es den ohnehin schon geschwächten Körper schädigen. Zweitens befürchtete man, dass insbesondere nach Beendigung des Fastens der Krebs verstärkt wachsen könnte. Hier schafften soeben amerikanische Studien Klarheit. Dr. Longo ließ Blutkrebspatienten vor der Chemotherapie fasten. Das Ergebnis erstaunte alle. Es verbesserte sich die Verträglichkeit der Chemotherapie und Fasten verstärkte ganz deutlich den Effekt der Chemotherapie. Jedenfalls belegen die Studien, dass die Befürchtungen, wonach es Krebspatienten sehr schlecht ginge wenn Sie gerade vor eine Chemotherapie fasten würden, unbegründet sind.

Eiweißarm

In etwa zwanzig Studien von Campbell wurden Ratten dem Aflatoxin, einem Schimmelpilzgift, welches Leberkrebs erzeugt, ausgesetzt. Tiere, welche die „Normalkost“ erhielten, das waren 20% Protein, entwickelten Leberkrebs. Tiere, welche nur 5% Protein erhielten, erkrankten nicht an Leberkrebs, selbst nicht bei höchsten Dosen von Aflatoxin. Auf Grund dieser ersten überraschenden Ergebnisse untersuchte Campbell die unterschiedlichen Eiweißarten. Tierisches Eiweiß ließ Krebszellen wachsen, pflanzliches nicht. Und unter den tierischen Eiweißarten war das Casein, das Milchprotein, das „schlimmste“ aller Eiweißarten. Diese Studien haben aber Limitationen. Es wurden vielfach Krebsvorstufen und nicht echte Krebszellen verwendet. Und es wurde vor allem die Krebsentstehung, aber nur ansatzweise der Effekt auf bestehende Krebszellen untersucht.

Das Projekt „Essen und Krebs“ möchte gerade hier ansetzen und Krebspatienten vor allem zu einer Ernährung die frei von tierischen Produkten ist, ermutigen und den Effekt einer solchen Ernährung auf eine bestehende Krebserkrankung untersuchen. Mit einer rein pflanzlichen Ernährung wählt man die hochwertigere Ernährung, man schadet damit mit Sicherheit nicht seinem Körper, es ist eine einfache, praktikable Ernährungsweise und möglicherweise verbessern sich damit Therapieverträglichkeit und Überlebenschancen.

 

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