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Die Neuaufnahme von Teilnehmern für die erste Studie wurde geschlossen. Eine Teilnahme wird aber in Folgestudien wieder möglich sein. Hier finden Sie  nun regelmäßig Information aus den bereits laufenden Auswertungen.

13.9.2017

Hier wollen wir Euch nun die Ergebnisse der „Safety“-Publikation vorstellen. Diese wurde als Zwischenauswertung durchgeführt, um vielerorts geäußerte Bedenken, dass gerade eine vegane Ernährung für Krebspatienten nicht geeignet sei, sachlich beantworten zu können.

Kein Nachteil, was den Verlauf der Krebserkrankung betrifft!

In dieser Zwischenauswertung wurden 49 Patienten analysiert. 47% davon ernährten sich vegan. In dieser Gruppe gab es einen Trend zu mehr Remissionen (Tumorrückbildungen). Während der Gesamtdurchschnitt an Remissionen bei 14% lag, war er bei 21% bei den Veganern und bei 5% bei den Allesessern. Da die Studienpopulation aber sehr klein war, erreichte das Ergebnis keine Signifikanz.

Eine vegane Ernährung war jedenfalls nicht mit dem rascheren Fortschreiten einer Krebserkrankung verbunden.

Remissionen Safety Issues

Abb. 1: Remissionen in Abhängigkeit von der Ernährungsform während der Studie. Verglichen wurden komplette Remissionen (complete), teilweise Remissionen (partial) und Fälle, in denen keine Verbesserung im Tumorverlauf eingetreten ist (no). Unter den Veganern konnten tendenziell mehr Remissionen beobachtet werden als bei den Vegetariern und Omnivoren.

Keine bedenkliche Gewichtsabnahme!

Verglich man den BMI (Body Mass Index) der Ernährungsgruppen, so unterschieden sie sich zum Zeitpunkt des Studieneintrittes nicht signifikant voneinander. Über die 6 Monate hinweg verringerte sich das Gewicht in der veganen Gruppe ganz leicht, während es in der Gruppe der Allesesser leicht, aber nicht signifikant anstieg. Um es in genauen Zahlen auszudrücken: Die Gewichtsabnahme in der veganen Gruppe betrug 1.6 kg in 6 Monaten und das Endgewicht lag immer noch im gesunden BMI-Bereich, nämlich bei 22.4 (der Normalbereich liegt zwischen 18.5-25 kg/m²).

BMI Safety issues

Abb. 2: Vergleich der Gewichtsveränderung zwischen den Ernährungsgruppen. Die Sterne stehen für einen signifikant unterschiedlichen BMI zwischen den Gruppen nach drei Monaten (mo 3) bzw. nach 6 Monaten (mo 6).  „n.s.“ weist auf nicht signifikante Unterschiede zu Studienbeginn (mo 0) und während des Verlaufs hin.

Mittels Laborparameter wurde auch untersucht, ob es Hinweise auf Mangelerscheinungen gibt. Leider hatten wir diesbezüglich nur wenige vollständige Daten erhalten. Die vorhandenen Daten ergeben allerdings keine Hinweis darauf, dass die vegane Gruppe vermehrt Anämie, Eisenmangel, Eiweißmangel oder Proteinmangel aufwiese.

Diese Ergebnisse bestätigen jedenfalls nicht die Befürchtungen von Onkologen, dass eine vegane Ernährung zu einem rapiden Gewichtsverlust bei Krebspatienten führe.

Bessere Lebensqualität, weniger Nebenwirkungen!

Aber auch, was die Nebenwirkungen (z.B. von Seiten der Chemotherapien) betrifft, waren die Veganer nicht im Nachteil, sondern hatten, im Gegenteil eher Vorteile.

Der Karnofsky Index wird, gerade in der onkologischen Forschung, häufig zur Bestimmung der Lebensqualität herangezogen. Er drückt aus, wie weit ein Patient an Symptomen leidet und wie weit er dadurch in der Ausübung seiner Alltagstätigkeiten eingeschränkt ist, bzw. auf Hilfe von anderen angewiesen ist. Der Karnofsky Index unterschied sich nicht signifikant zwischen den Gruppen, war aber tendenziell sogar besser in der veganen Gruppe.

Was Symptome von Seiten der Krebserkrankung oder Nebenwirkungen durch Krebstherapien betrifft, so hatten Allesesser mehr Haarausfall und mehr Neuropathie. Während 53% der Allesesser an Durchfall litten, waren dies nur 43% der Vegetarier und 17% der Veganer! Noch auffälliger war der Unterschied hinsichtlich Verstopfung: Während nach 6 Monaten 21% der Allesesser unter Verstopfung litten, berichtete kein einziger Patient in der veganen Gruppe über Verstopfung!

 

BMI safety issues

Abb. 3: Vergleich des Karnofsky performance status (ein Index für die quantitative Beschreibung der Aktivität und Lebensqualität des Patienten) zwischen den Ernährungsgruppen. Es bestanden zu keinem Zeitpunkt während der Studiendauer (Studienbeginn. mo 0, nach 3 Monaten: mo 3, nach 6 Monaten: mo 6)  oder im Gesamtverlauf signifikante Unterschiede bezüglich des Karnofsky-Index. Bei den Veganern konnte eine (nicht signifikante, aber erkennbare= Steigerung währen des Studienverlaufs beobachtet werden.

Zusammenfassend gab es also in keiner Weise einen Hinweis darauf, dass vegane Ernährung zu einem Nachteil für Krebspatienten führen könnte.

27.8.2017

Es ist vollbracht! Wir haben auch die Hauptpublikation abgeschlossen und eingereicht!

23.12.2016

Heute wurde die zweite Arbeit zur Publikation in einem wissenschaftlichen Journal eingereicht! Diesmal wurde die Krankengeschichte Dr. Rosa Aspalters als Case Study aufbereitet und verbunden mit einer äußerst ausführlichen Review der bisher vorhandenen Literatur. Beides, sowohl der Krankheitsverlaufes, als auch die überaus reichliche Literatur, lassen jedenfalls weitere Studien als aussichtsreich erscheinen. Ja,verlangen geradezu danach!

FDG-PET CT post

FDG PET-CT pre

Hier ist ein PET-CT zu sehen, der einige der leuchtenden Metastasen bei Ernährungsumstellung und einige Lymphknotenmetastasen zeigt. Im zweiten Scan, 6 Monate später, sind die Metastasen verschwunden.

Wir hoffen, dass damit der Boden aufbereitet wird für die eigentlichen Studienergebnisse und einen Beitrag dazu zu leisten, die Diskussion über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs sachlicher und weniger reflexhaft zu gestalten.

30.6.2016

Die Studie wurde nun geschlossen. 323 Teilnehmer haben sich registriert welche nun bis Ende des Jahres die Studie abschließen werden. Wir danken allen Teilnehmern und Unterstützern!

Hier nun unsere eigenen Daten!

Unsere erste Publikation wurde im Journal for Medical Internet Research angenommen! Es handelt sich hierbei um die Publikation des Studienprotokolls. (Es gehört immer mehr zum Standard wissenschaftlicher Arbeit, auch dieses zu publizieren.) Mit veröffentlicht haben wir hier erste Erfahrungen mit der doch relativ neuen Methode als Online-Studie und den erste Erfahrungen der Studienteilnehmer mit der Studie bzw. den Fragebögen.

So sieht das Studienprotokoll im schematischen Ablauf aus:

Ziel der Studie ist es, den Verlauf einer Krebserkrankung bei unterschiedlichen Ernährungsmustern zu vergleichen. Dabei stehen vier Kategorien zur Auswahl: Allesesser (omnivor), vegetarisch, vegan und „sonstiges“. Jeder Teilnehmer nimmt 6 Monate an der Studie teil und sollte dabei die selbst gewählte Ernährungswiese über den gesamten Studienzeitraum einhalten. Es ist jeweils ein Onlinefragebogen gleich nach der Registrierung, sowie 3 und 6 Monate später auszufüllen, wobei der Verlauf der Krebserkrankung, weitere Erkrankungen, Befinden, laufende Therapien, Therapieerträglichkeit und natürlich die Ernährungsweise abgefragt wird.

All jene, die sich bis Dezember 2015 angemeldet werden und die Studie inzwischen abgeschlossen haben, werden in einer Zwischenauswertung herangezogen. Dabei geht es darum, Berfürchtungen vieler Onkologen, Ernährungswissenschafter und Diätologen zu untersuchen, wonach eine vegane Ernährung zu einer Mangelernährung bei Krebspatienten oder zu einem dramatischen Verlauf der Erkrankung führen könnte. Die Endauswertung und damit der endgültige Vergleich der unterschiedlichen Ernährungsgruppen findet im Jänner 2017 statt.

Studienprotokoll

Wie verlief also die Rekrutierung?

Wie haben Krebspatienten von der Studie erfahren? Woher kamen unsere Teilnehmer? In der Zwischenauswertung ergibt sich folgendes Bild: 45% erfuhren über Partnerseiten und Internetsuche von der Studie, 21% via Facobook oder Twitter. 14% erfuhren über Freunde und Bekannte von der Studie und 13% über Medien wie Zeitungen, Radio und Fernsehen. Lediglich 6% der Studie wurden von Ihren Ärzten über die Studie inforniert.

Dieses Ergebnis, welches auch in der Gesamtauswertung vermutlich ähnlich ausfallen wird, zeigt, wie gering die Unterstützung solcher Studien von klinischer Seite derzeit noch ist und dass das Konzept, die Studie auf die Selbstinitiative und Nutzung von Internet und Medien aufzubauen, richtig war.

Figure 1

Informationen zu bereits publizierten Daten zum Themenkreis „Ernährung bei Krebs“ finden Sie in den Kategorien „Krebslexikun“ und „Hintergrundinfos“.

zur Publikation